Rückblick: Frühjahrsworkshop 2019

Rückblick: Frühjahrsworkshop 2019

„Wir müssen uns wieder auf die Stärken Europas besinnen“, sagte Werner Kropf, Geschäftsführer von KROPF Solutions, in seiner Begrüßungsrede zum 15. Frühjahrsworkshop. Die Gäste schätzen den Workshop als Informations- und Networking-Plattform und waren einmal mehr aus fast allen deutschen Bundesländern sowie Tschechien, Ungarn, Slowenien und Österreich angereist, um sich auf Einladung von Werner Kropf im Hofer Theater zu treffen, zu informieren und auszutauschen.

Kropf Solutions mit Sitz in Oberkotzau und Niederlassungen in Tschechien und Ungarn hat sich seit der Firmengründung im Jahr 1995 als Software-Spezialist für industrielle Automation in ganz Europa einen Namen gemacht. Ein Viertel bis ein Drittel des Geschäftsvolumens generiert das Unternehmen im europäischen Ausland. „Lieferungen in die USA und nach China sind noch die Ausnahme“, berichtete der Geschäftsführer. „Aber auch das wird kommen.“

Kropfs Wort hat in der Branche Gewicht. Vor 30 Jahren ging er – „damals noch als Einzelkämpfer“ – eine Partnerschaft mit Thomas Punzenbergers Salzburger Softwareschmiede Copa-Data ein – damals ebenfalls noch im Aufbau begriffen. Heute hat Kropf fast 60 Angestellte an drei Standorten und baut aktuell an einem 1000 Quadratmeter großen neuen Firmensitz in Oberkotzau. Copa-Data zählt einige hundert Mitarbeiter und 240 zertifizierte Unternehmensmitglieder in 44 Ländern der Erde. Kropf Solutions ist dabei einer von nur drei Copa-Data Expert-Partnern weltweit. Zu den Kunden des Oberkotzauer Unternehmens gehören nahezu alle namhaften deutschen Automobilhersteller und -zulieferer, regionale Mittelständler, Hochfrankens Global Player und auch Weltkonzerne wie Procter & Gamble.

Moderiert wird der Frühjahrsworkshop seit vielen Jahren von Karin Schubert vom Bayerischen Rundfunk, die die Workshop-Gemeinde mit ihren vielen Stammgästen gerne als „kleine Familie“ bezeichnet. So zwanglos und familiär der Smalltalk im Foyer und die Gespräche der knapp einhundert Gäste aus Nah und Fern sind, so gehaltvoll und aktuell gestalten sich jedoch die Vortragsthemen: Die Digitalisierung der Industrie, Performanceverbesserungen bestehender Programme und Prozesse sowie vor allem das Gewinnen und Nutzen möglichst detaillierter und belastbarer Daten spielten eine große Rolle.

Marcus Helbok von Copa-Data stellte nicht nur die neuesten Versionen der Softwareplattform Zenon und des Zenon Analyser vor, sondern präsentierte erstmals auch das Service Grid, eine neue Kommunikationsplattform, die voraussichtlich im Herbst veröffentlicht wird. „,Das muss doch einfacher gehen‘ – dieser Gedanke ist unser Antrieb, wann immer wir Altes verbessern oder Neues entwickeln“, erläuterte Helbok. Bereits vor 20 Jahren habe man sich bei Copa-Data mit Themen wie Netzwerk- und Mehrprojektverwaltung sowie Schnittstellen zu anderen Systemen beschäftigt. Heute stehen außerdem auch Datenakquise und -analyse sowie Sicherheit und Verschlüsselung im Fokus.

Auch Thomas Mehwald, Mitgründer der Prozesstechnik Kropf GmbH und Consultant aus Bremen, zeigte sich überzeugt: „Nur wer alle Prozessdaten analysieren und auswerten kann, kann störungsfreier, schneller und in besserer Qualität produzieren.“ Digitalisierung bedeute, zu jedem Prozess ausreichend viele gesicherte Daten zur Verfügung zu haben und diese auch sinnvoll zu nutzen. Wie das funktionieren kann, erläuterte der Experte anhand eines Praxisbeispiels aus der Zylinderkopf-Fertigung im Hause VW. Mehwald weiß: „Es gibt in Deutschland noch einiges zu tun im Bereich der Digitalisierung“.

Einen weiteren wichtigen Aspekt für erfolgreiches Agieren in einer schnelllebigen Branche führte Johannes Petrowisch von Copa-Data aus: „Die Menschen müssen mit den Systemen arbeiten können. Es braucht das optimale Zusammenspiel zwischen Mensch und Technologie.“ Eine gute Software-Plattform zeichne sich durch Robustheit, hohe Performance, Flexibilität und vor allem auch Offenheit aus. Copa-Data habe unter anderem im Jahr 2017 den weltweiten IT-Award „Microsoft Partner of the Year“ erhalten. Wachsen könne Copa-Data aber nur gemeinsam mit seinen Unternehmenspartnern wie Kropf Solutions: „Mit Ihrem breiten Produktwissen haben Sie schon viele tolle Projekte umgesetzt“, sagte Petrowisch zu Werner Kropf. „Die Endkunden dürfen sich bei ihnen über innovative und skalierbare Lösungen, über bestmöglich umgesetzte Projekte und kompetenten Support freuen.“

André Velte ist bei der Siemens AG für die Digitalisierung in der Automatisierungstechnik verantwortlich und erläuterte den Zuhörern, welche Vorteile es bietet, beim Maschinenbau einen „digitalen Zwilling“ der geplanten Anlage zu erschaffen: Die für Mechanik, Elektrik und Software zuständigen Mitarbeiter können gleichzeitig statt nacheinander arbeiten; unvorhergesehene Ereignisse können am Rechner simuliert, zahlreiche Fehler schon im Vorfeld vermieden werden. Nicht zuletzt werde dadurch auch die Zeit der Inbetriebnahme vor Ort kürzer, wodurch sowohl Risiken als auch Kosten sinken. Bei nachfolgenden ähnlichen Anlagen könne man außerdem von den vorliegenden Daten profitieren und umso schneller agieren.

Werner Kropf bedankte sich bei den Referenten für viele neue Impulse und bei allen Gästen für das „Fachsimpeln auf höchstem Niveau“. Im kommenden Jahr feiert Kropf Solutions 25. Jubiläum und die Einweihung des neuen Bürogebäudes in Oberkotzau. Neben barrierefreien und modernsten Büros wird es dort auch ein Kundenschulungszentrum sowie eine moderne Lehrwerkstatt geben. „In den vergangenen Jahren konnten wir jährlich etwa vier bis fünf neue Mitarbeiter einstellen“, berichtet der Geschäftsführer. Die Nachrichten über eine angebliche Eintrübung der Konjunktur machen ihm keine Sorgen: „Wir werden unseren Weg des gesunden und stetigen Wachstums weiter gehen.“ Und die Gäste des Frühjahrsworkshops freuen sich schon jetzt auf die Jubiläumsveranstaltung im kommenden Jahr.